DON'T GO INTO THE WOODS
Filmplakat: Don't Go Into the Woods Die Geschichte

Nur ein Wochenende

Vier Jahre lang hat das College euch gehört, mit seinen Hausarbeiten, die erst um drei Uhr nachts fertig wurden, mit lauwarmem Bier in Wohnheimzimmern, deren Wände so dünn waren wie die Ausreden für verpasste Vorlesungen, und mit Dozenten, die eure Namen bis zum letzten Tag nicht kannten. Jetzt ist es vorbei, und irgendwie habt ihr es alle geschafft, auch wenn keiner von euch so genau sagen könnte, wie eigentlich.

In zwei Wochen wird das Leben euch auseinanderwehen wie Laub im ersten Herbststurm, in neue Städte und neue Jobs, in Wohnungen mit Fenstern, aus denen ihr einander nicht mehr sehen werdet. Bevor das passiert, wollt ihr noch ein letztes Wochenende, das nur euch gehört, eines von der Sorte, an die man sich in zwanzig Jahren erinnert, wenn man auf irgendeiner Hochzeit nebeneinandersteht und plötzlich wieder lachen muss, ohne dass die anderen verstehen, warum.

Einer von euch hatte die Idee, und wie die besten Ideen kam sie halb im Scherz: Seine Eltern besitzen eine Lodge in den Rocky Mountains, irgendwo oberhalb eines Ortes namens Silver Creek, den man auf keiner Karte findet, wenn man nicht schon weiß, wo man suchen muss. Sie waren seit Ewigkeiten nicht mehr dort, so lange schon, dass niemand mehr nach dem Grund fragt, und die Schlüssel lagen in einer Schreibtischschublade, als hätten sie all die Jahre nur darauf gewartet, dass sie endlich jemand mitnimmt. Der Kofferraum ist voll, die Playlist ist fertig, und das Wochenende fällt, wie zufällig, auf Halloween, und mal ehrlich, was soll an ein paar Tagen mit Freunden, Bier und einem Kaminfeuer schon schiefgehen?

Die Schotterpiste nach oben windet sich wie ein Faden, den jemand achtlos über den Berg geworfen hat, und irgendwo zwischen zwei Kurven verabschiedet sich das Handynetz, ohne ein Wort zu sagen. Im Radio spricht eine Stimme zwischen Rauschen und Countrymusik vom ersten Schnee des Jahres, der früher kommt als sonst, und die Tannen stehen am Straßenrand so dicht beieinander, dass das Licht zwischen ihnen schon am Nachmittag den Mut verliert.

Aber was soll's, denn oben wartet ein Kamin, es gibt Musik, und es gibt Menschen, mit denen man selbst ein verregnetes Wochenende in einer Garage für das beste seines Lebens halten würde.

Die Wälder um Elk Ridge sind still, so still, als würden sie den Atem anhalten, und irgendwo da draußen, zwischen den Stämmen, wartet jemand schon sehr, sehr lange darauf, dass endlich wieder jemand kommt.

Eure Ausgangslage

Ihr seid zu fünft, und ihr kennt euch lange genug, um zu wissen, wer beim Monopoly schummelt und wer nachts heimlich das letzte Stück Pizza isst. Einer von euch ist der Gastgeber, denn die Lodge gehört seinen Eltern, und er ist ein paar Stunden früher hinaufgefahren, um die Laken von den Möbeln zu ziehen und den Kamin anzuheizen, bevor die anderen kommen.

Die übrigen vier folgen am Freitagnachmittag in zwei Autos, jeweils zu zweit, und ob ihr ein Paar seid, Geschwister, Mitbewohner oder einfach zwei Menschen, die sich nach vier Jahren nichts mehr erklären müssen, das entscheidet ihr selbst. Im Kofferraum klirren Bierflaschen gegen eine Flasche Tequila, auf der Rückbank liegen die Kostüme, und irgendwer hat an einem Straßenstand vier Kürbisse gekauft, die in jeder Kurve gegeneinanderpoltern wie Köpfe, die sich nicht einigen können.

Was euch erwartet

Darauf solltet ihr gefasst sein: Gewalt, Blut, Tod, Dunkelheit, Verfolgung, Schuld und ein paar unangenehme Wahrheiten über eure Charaktere. Wenn euch am Tisch etwas zu viel wird, sagt es einfach, dann blenden wir aus.